Hymnologische Quellen aus Augsburger Bibliotheken

16. Jahrhundert

Die Literatur des 16. Jahrhunderts

182 Werke mit zusammen ca. 75.000 Seiten

Online

Oktober 2011, ISBN 978-3-89131-521-7
Erwerb: EUR 4.560,– (exkl. Mwst.) / EUR 5.426,40 (inkl. Mwst.)
Jahreslizenz: EUR 456,– (exkl. Mwst.) / EUR 542,64 (inkl. Mwst.)
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Mikrofiche Edition

968 Mikrofiches, 2002, ISBN 3-89131-390-X
Diazo negativ: (50% Rabatt) EUR 1.900,– (exkl. Mwst.) / EUR 2.261,– (inkl. Mwst.)
Silber negativ: EUR 4.560,– (exkl. Mwst.) / EUR 5.426,40 (inkl. Mwst.)
Katalog

Der Bestand des 16. Jahrhunderts

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg und die Universitätsbibliothek Augsburg verfügen zusammen über etwa 200 hymnologische Quellentexte des 16. Jahrhunderts: Gesangbücher, Kirchenordnungen (sofern sie geistliches Liedgut enthalten), aber auch Messbücher und einige Breviere mit Notenbeigaben.

Der Anteil der katholischen Titel ist mit über 40 Prozent verhältnismäßig hoch. Das DKL weist für den Standort Augsburg insgesamt 79 Titel des 16. Jahrhunderts nach, darunter sind zehn Unica und 25 überaus seltene Stücke (mit weltweit nur zwei bis drei weiteren Besitznachweisen).

Von den Unica seien genannt Geystlike leder un Psalmen (Magdeburg nach 1539; DKL 1540,3), Geystliche Lieder (Nürnberg vor 1564; DKL 1564,1), Nikolaus Hermans Sontags Evangelia (Nürnberg 1570; DKL 1570,7), Gaistliche Lieder un Psalmen D. Mart. Lut. und andern frommen Christen (Augsburg 1580; DKL 1580,1) und Psalmen geystliche Lieder und Gesaenge (Straßburg 1587; DKL 1587,12).

17. Jahrhundert

Die Literatur des 17. Jahrhunderts

283 Werke mit zusammen ca. 137.000 Seiten

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Teilweise online verfügbar
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Mikrofiche Edition

1.641 Mikrofiches, 2003, ISBN 3-89131-391-8
Diazo negativ: (50% Rabatt) EUR 4.250,– (exkl. Mwst.) / EUR 5.057,50 (incl. Mwst.)
Silber negativ: EUR 10.200,– (exkl. Mwst.) / EUR 12.138,– (inkl. Mwst.)
Katalog

Der Bestand des 17. Jahrhunderts

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg und die Universitätsbibliothek Augsburg verfügen zusammen über ca. 300 hymnologische Quellentexte des 17. Jahrhunderts: u.a. Gesangbücher, Sammlungen geistlicher Lieder, Agenden (sofern sie auch geistliches Liedgut enthalten), Liedblattdrucke, aber auch einige Meßbücher und Breviere mit Notenbeigaben. Wie auch beim 16. Jahrhundert liegt der Anteil der katholischen Titel bei etwa 40 Prozent. Einige wenige Werke konnten wegen ihres schlechten Erhaltungszustands nicht in die Mikrofiche Edition aufgenommen werden, doch enthält sie alle im DKL für Augsburg nachgewiesenen Unica.

Etwa 60 Prozent der Titel der Mikrofiche Edition stammen aus der Staats- und Stadtbibliothek; an Provenienzen kommen für das 17. Jahrhundert besonders die alte, evangelisch geprägte Stadtbibliothek selbst sowie die Bibliotheken des protestantischen St.-Anna-Kollegs, des Jesuitenkollegs St. Salvator sowie des Benediktinerklosters St. Ulrich und Afra in Frage, die zu Anfang des 19. Jahrhunderts in die damals neu geschaffene Stadt- und Kreisbibliothek integriert wurden. Von den insgesamt 102 Werken aus dem Bestand der Universitätsbibliothek Augsburg stammen mehr als die Hälfte aus der ehemals Fürstlich Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek bzw. besser gesagt aus dem säkularisationsbedingten Zuwachs, der die Bibliothek Anfang des 19. Jahrhunderts aus den Klöstern St. Mang in Füssen und Heilig-Kreuz in Donauwörth sowie den Rieser Klöstern Mönchsdeggingen, Maihingen und Kirchheim erreichte; die übrigen Titel gehen mehrheitlich (zu etwa zwei Dritteln) auf die Sammeltätigkeit Konrad Amelns zurück.

130 Titel sind auch im DKL verzeichnet, darunter zahlreiche Unica und sehr seltene Stücke (mit nur noch zwei oder drei Besitznachweisen weltweit). Von den Unica seien genannt: das 1619 bei Johann Blanckenberg in Hildesheim gedruckte Catholisch Manual oder Handbuch (DKL 1619,15; Sigel: HR); Alte und Newe Geistliche Catholische außerlesene Gesäng, auf Anordnung des Würzburger Bischofs Philipp Adolf von Ehrenberg 1631 bei Elias Michael Zinck im Druck erschienen (DKL 1631,08; Sigel: As); die Augustae Vindelicorum Gratiae des Komponisten und Rothenburger Stadtkantors Erasmus Widmann (15721634), Danckh- und Lobgesang für die Erlösung auß der Päpstischen Trangsal der Hochlöblichen Stadt Augspurg, gedruckt bei Jakob Mollyn in Rothenburg ob der Tauber 1633 (DKL 1633,08; Sigel: As); die im Auftrag der Augsburger Dominikaner-Niederlassung St. Magdalena von Andreas Aperger 1638 nachgedruckte Andächtige Ubung, Und Geistliche Gesäng deß Heyligen Rosenkrantzes des Wiener Generalpredigers und Dominikaner-Superiors Eustachius Mayer (DKL 1638,14; Sigel: As); Jakob Baldes S.J. (16041668) Wahrheit gesungen von der Eitelkeit der Welt, gedruckt bei Georg Haugenhofer 1653 in Amberg (DKL 1653,12; Sigel: As); Alte catholische Teutsch und Lateinische Andächtige Kirchen Gesänger, gedruckt in Köln um 1660 (DKL 1660,01; Sigel: As); Hertzen-Frewd und Seelen-Trost des dichtenden Kapuzinerpaters Prokop von Templin (ca. 16091680), zu der Zeit Prediger zu Passau, dort auch 1660 gedruckt von Georg Höller (DKL 1660,14; Sigel: As); Etliche andere Psalmen Davids, die gemeine Psalmen genant Gerichtet auff die statt St. Gallen wie auch derselbigen benachbarte Evangelische Gemeinden im Land Appenzell der Ussern Rhoden im Rhintal und Thurgau, 1674 in Basel gedruckt und im Verlag von Jakob Hochreutiner in St. Gallen erschienen (DKL 1674,19; Sigel: LÜDa); Geistliche Gesänge und Psalmen D. Martin Lutheri und anderer frommen Christen Auffs neue wiederumb zugerichtet, vermehret und mit schönen Hymnis so auff vornehme Festtage zu singen gebräuchlich sind, gedruckt 1678 bei Salomon Schadewitz in Kassel (DKL 1678,09; Sigel: SLÜb); sowie eine von unbekannter Hand zu vier Stimmen außgesezte Ausgabe der von Ambrosius Lobwasser (15151585) ins Deutsche übertragenen Psalmen Davids, erschienen bei Jakob Hochreutiner in St. Gallen 1689 (DKL 1689,12; Sigel: LÜDa).

18. Jahrhundert

Die Literatur des 18. Jahrhunderts

1.043 Werke mit zusammen 620.000 Seiten

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Teilweise online verfügbar
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Mikrofiche Edition

7.698 Mikrofiches, 2005, ISBN 3-89131-392-6
Diazo negativ: (50% Rabatt) EUR 12.400,– (exkl. Mwst.) / EUR 14.756,– (incl. Mwst.)
Silber negativ: EUR 29.760,– (exkl. Mwst.) / EUR 35.414,40 (inkl. Mwst.)
Katalog

Der Bestand des 18. Jahrhunderts

Handelte es sich bei den ersten beiden Abteilungen dieser Edition mit 182 (16. Jahrhundert) bzw. 283 Werken (17. Jahrhundert) noch um relativ überschaubare Quantitäten, so dokumentiert der Umfang der dritten Abteilung den Umstand, daß das Gesangbuch in diesem im protestantischen Bereich von Pietismus und Aufklärung geprägten Jahrhundert zu einem regelrechten »Massenprodukt« wurde, von dem in jedem noch so kleinen Fürstentum als Zeichen seiner Souveränität ein eigenes erschien. Um das Gesangbuch für den Kirchgänger bzw. für die häusliche Andacht einigermaßen erschwinglich zu machen, wurden die meisten dieser kirchenamtlichen Territorialgesangbücher, aber auch viele private Gesangbücher, ohne Noten gedruckt.

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg und die Universitätsbibliothek Augsburg verfügen zusammen über mehr als 1.000 Gesangbücher und andere hymnologische Quellentexte des 18. Jahrhunderts. Knapp zwei Drittel davon stammen aus der Universitätsbibliothek Augsburg und gehen vor allem auf die private Sammeltätigkeit Konrad Amelns, Walter Blankenburgs und Konrad Wölfels zurück. Bedingt durch die im 18. Jahrhundert vor allem in den protestantischen Territorien stark anwachsende Gesangbuchproduktion ist der Anteil katholischer Titel insgesamt weitaus geringer als in den Abteilungen eins und zwei und dürfte 10 Prozent kaum überschreiten.

Das DKL weist für den Standort Augsburg insgesamt 184 Titel des 18. Jahrhunderts nach, darunter etwa ein Drittel Unica und überaus seltene Stücke mit weltweit nur zwei oder drei weiteren Besitznachweisen.

Von den Unica seien genannt: eine franziskanische Ordo agendorum et cantandorum in actibus processionalibus (Wien 1702), Johann Ulrich Sulzbergers Transponiertes Psalmenbuch (Bern 1710), eine bei Meyer in Lemgo 1742 erschienene Ausgabe der Psalmen Davids zum Christlichen Gesang in Reimen gebr. von Ambrosio Lobwassern, Johann Rudolf Zieglers Des Singenden Christen fortgesetzte Uebung der Andacht (Zürich 1761), eine Ausgabe der Psalmen Davids in Deutscher Poesie von Johann Matthäus Stoll (Hildburghausen 1762), der 1763 bei Breitkopf in Leipzig erschienene zweite Teil des Neuverbesserten Kirchen-Gesang-Buchs der Reformierten Kirchen in den vereinigten Ländern Cleve und Jülich, ein 1765 bei Schmidt in Kassel erschienenes Neu-eingerichtetes Gesang-Buch mit den Psalmen Davids in Lobwassers Übertragung und Anton Heinrich Grönes Religiöse Lieder historischen Inhalts (Rinteln 1791).

Hymnologische Quellen

Hymnologische Quellen (Gesangbücher, Choralbücher, Kirchenordnungen usf.) sind trotz ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung in wissenschaftlichen Bibliotheken eigentlich nie planmäßig gesammelt worden. Über Schenkungen oder geschlossene Übernahmen von Gelehrtenbibliotheken kamen sie häufig eher zufällig dorthin. Die gewaltigen Bücherumschichtungen im Gefolge von Säkularisation und Mediatisierung nach 1800 trugen das Ihre zu den heutigen Besitzverhältnissen bei.
Abgesehen von den wenigen großen Bibliotheken, die aufgrund der insgesamt herausragenden Bedeutung ihrer historischen Bestände auch für den Hymnologen wahre Fundgruben darstellen, sind die erhaltenen Quellenmaterialien über eine Vielzahl von oft relativ kleinen Institutionen verstreut. Der im Rahmen des Répertoire international des sources musicales 1976 erschienene Band Das deutsche Kirchenlied (DKL) weist etwa 4.500 gedruckte Quellen mit Noten aus der Zeit bis 1800 im Besitz von rund 1.000 Bibliotheken (darunter zahlreiche kleinere Stadtbibliotheken, Privatsammlungen, Kirchen- und Klosterbibliotheken) nach, von denen knapp 600 in Deutschland liegen.

Standort Augsburg

Vor dem Hintergrund dieser insgesamt ungünstigen Bibliothekssituation stellt der Standort Augsburg hinsichtlich Quantität wie Qualität des Vorhandenen einen der wichtigsten seiner Art in Deutschland dar, zumal sich die Hymnologiebestände der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg (Schwerpunkt: 16. und 17. Jh.) und der Universitätsbibliothek Augsburg (Schwerpunkt: 17. und vor allem 18. und frühes 19. Jh.) sehr gut ergänzen. Das vor etwa zwei Jahren gestartete und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt Gesangbuchbibliographie an der Universität Mainz, das sich zum Ziel gesetzt hat, alle deutschsprachigen Gesangbücher von etwa 1500 bis zur Gegenwart zu verzeichnen, hat denn auch den Standort Augsburg in seiner Bedeutung erkannt und die Erschließung der vor Ort verfügbaren Bestände auch einer Empfehlung der DFG folgend an den Beginn seiner Arbeit gestellt.

Mindestens 10 Prozent der im DKL enthaltenen Titel sind in Augsburg nachweisbar. Bei über einem Drittel davon handelt es sich zudem um Unica oder ausgesprochene Rarissima mit weltweit nur noch zwei oder drei weiteren Besitznachweisen. Die im DKL nicht berücksichtigten, besonders im 18. Jh. aber weit überwiegenden reinen Textausgaben ohne Liedmelodien eingerechnet, verfügen Staats- und Stadtbibliothek Augsburg und Universitätsbibliothek Augsburg über zusammen etwa 4.000 Titel.

Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Die 1537 gegründete Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zählt dank ihres wertvollen Altbestandes zu den großen deutschen spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Sammlungen. Aus Buchbeständen Augsburger Klöster gegründet, die infolge der Einführung der Reformation aufgehoben worden waren, erlebte sie bis in die Jahre des Dreißigjährigen Krieges hinein eine Blütezeit, die sie zu einer der bedeutendsten Bibliotheken Deutschlands aufsteigen ließ. Nach der Eingliederung der Reichsstadt Augsburg in das Königreich Bayern wurden 1806 die wertvollsten Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucke in städtischem Besitz in die Münchner Hofbibliothek überführt (in gleicher Weise verfuhr man mit entsprechenden Beständen der Augsburger Klöster). Die am Ort verbliebenen Buchbestände wurden in der neu geschaffenen Kreisbibliothek für den schwäbischen Landesteil zusammengefaßt und mit der Stadtbibliothek vereinigt. Auf diese Weise kamen u. a. die bedeutenden Bibliotheken des Jesuitenkollegs St. Salvator und des Benediktinerklosters St. Ulrich und Afra sowie die Bibliothek des Protestantischen Kollegiums bei St. Anna in die Staats- und Stadtbibliothek. 1817 wurden zudem die wertvollsten Teile der Eichstätter Kreisbibliothek, in der die ehemalige Fürstbischöfliche Hofbibliothek aufgegangen war, und in den Jahren ab 1818 schließlich auch wichtige Stücke aus einer Reihe von ostschwäbischen Klosterbibliotheken (u. a. Irsee und Ottobeuren) nach Augsburg überführt.

Die weit über 1.000 hymnologischen Quellentexte im Bestand der Staats- und Stadtbibliothek gehen einerseits auf die evangelisch geprägte Stadtbibliothek sowie die Bibliotheken des St. Anna-Kollegs, des Jesuitenkollegs und des Klosters St. Ulrich und Afra zurück; etwa 500 Bände (vorwiegend protestantische Hymnologica) stammen zudem aus dem Privatbesitz des ehemaligen Musikdirektors der evangelischen Kirchen in Augsburg, Hans Michael Schletterer (18241893).

Universitätsbibliothek Augsburg

Der Bestand an hymnologischen Quellen der 1970 gegründeten Universitätsbibliothek Augsburg umfaßt knapp 3.000 Titel. Rund ein Zehntel stammt aus der ehemals Fürstlich Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek (DKL-Sigel: »HR«), die im Jahr 1980 vom Freistaat Bayern angekauft und der Universitätsbibliothek zugewiesen wurde, und ist mehrheitlich dem Säkularisationsgut aus schwäbischen Klöstern zuzuordnen, durch das die einstige fürstliche Hofbibliothek zu Beginn des 19. Jahrhunderts entscheidend bereichert wurde.

Zwischen 1986 und 1990 konnten dank der Initiative einiger Augsburger Wissenschaftler mit hymnologischen Forschungsinteressen außerdem einige Gesangbuchsammlungen aus Privatbesitz erworben werden. Es handelt sich dabei um die Privatsammlungen der beiden bedeutenden Hymnologen Walter Blankenburg (19031986; etwa 450 Bände; DKL-Sigel: »SLÜb«) und Konrad Ameln (18991994; 622 Bände; DKL-Sigel: »LÜDa«) sowie die Bibliothek von Konrad Wölfel (19111982; etwa 1500 Bände; DKL-Sigel: »FÜw«), dessen Sohn die Sammlung der Universitätsbibliothek als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. Der Ankauf der Bibliothek Ameln, die seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts systematisch aufgebaut als eine der herausragenden, wenn nicht als die bedeutendste ihrer Art in Privathand galt, wurde durch die Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglicht.