Oberdeutsche allgemeine Litteraturzeitung

»Das in jeder Hinsicht gemäßigte Süddeutschland verbleibt in einem Zustand eintönigen Wohlbefindens, der handelnder wie denkender Tätigkeit außerordentlich schadet. Der lebhafteste Wunsch der Bewohner dieser ruhigen, fruchtbaren Gegend besteht darin, so fortzuleben, wie sie leben.« (Madame de Staël)

Titelblatt "Oberdeutsche Litteraturzeitung"

Oberdeutsche allgemeine Litteraturzeitung
1788 – 1808, 21 Jahrgänge; Salzburg, ab 1800 München
Neue Oberdeutsche allgemeine Litteraturzeitung
1809 – 1811, 3 Jahrgänge; München
zusammen ca. 60.000 Spalten mit über 19.000 Rezensionen nebst Anzeigen, Nachrichten, Beilagen, Intelligenzblättern und vollständigen Registern.

30.000 Seiten auf 340 Mikrofiches
1987, ISBN 3-89131-031-5

Silber negativ: EUR 1.752,– (ohne Mwst.) / EUR 2.084,88 (inkl. Mwst.)

Die Oberdeutsche allgemeine Literaturzeitung ist eine der großen und bedeutendsten Rezensionszeitschriften des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie zeichnet das differenzierteste Bild der geistigen, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklung Süddeutschlands jener Zeit. Keine andere Zeitschrift hat die »katholische Aufklärung« so nachhaltig gefördert wie die Oberdeutsche. Zur Zeit ihres Erscheinens wurde sie vor allem verleumdet und dann bald vergessen. Noch heute ist sie nur wenigen bekannt.

Ziel der Oberdeutschen allgemeinen Literaturzeitung war, die Schriften des katholischen Süddeutschlands vollständig anzuzeigen, was ohne größere Lücken gelungen ist. Die Besprechung protestantischer Werke sollte nicht »merklich zurückbleiben«. Die Zeitschrift war ein Konkurrenzunternehmen, vor allem aber ein Ergänzungs- und Gegenstück zur Jenaer Allgemeinen Literaturzeitung und zu Nicolais Allgemeiner deutschen Bibliothek, in denen katholische Autoren kaum zu Wort kamen.

Grundsätzlich wurden in der Oberdeutschen Werke aller Fachrichtungen – sowohl katholischer als auch protestantischer Autoren – angezeigt. Unter der Idee einer allgemeinen Volksaufklärung lassen sich Schwerpunkte im Engagement der Zeitung erkennen: Lehr- und Unterrichtswerke, pädagogische, theologische, historische und juristische Schriften. Nachhaltig unterstützt wurden Bibliotheksinventarisierungen und Frühschriftenverzeichnisse.

Philosophie bildet die größte Einzelrubrik der Oberdeutschen. Kants Werk war der Prüfstein für alle philosophischen Abhandlungen und das geistige Rückgrat der Zeitschrift.

Die Zeitschrift wurde von Beginn an mit der Behauptung diskreditiert, in Oberdeutschland seien die für das Unternehmen erforderlichen Gelehrten überhaupt nicht zu finden. Die wenigen namentlich bekannten Rezensenten widerlegen dieses Vorurteil und zeigen, daß dem Unternehmen in allen Landesteilen gebildete, kritische und kompetente Mitarbeiter zur Verfügung standen. Dazu zählen:
J. B. Andreß, K. A. Baader, F. N. Bauer, J. Bauschubert, D. Beck, J. Brunner, K. J. Bundschuh, J. F. Degen,
J. A. Dorsch, J. M. Feder, F. K. Hirsching, P. Hupfauer, A. Metz, F. A. Noemer, B. Peuger, M. Reuß, J. M. Sailer,
A. Sandbichler, A. Schelle, F. P. v. Schrank, S. Seemiller, B. Stöger, F. M. Vierthaler, J. Weber, G. A. Will,
J. Wismayer, J. Th. Zauner.

Mit der Mikrofiche Edition der Oberdeutschen allgemeinen Literaturzeitung wird eine lange Zeit verkannte kulturgeschichtliche Quelle ersten Ranges neu zugänglich.