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Dr. Harald Fischer

Die Gartenlaube

Titelblatt der Gartenlaube

Die Gartenlaube
Leipzig, später Berlin 1853 – 1944
Mikrofiche Edition hg. von
Alfred Estermann

(Illustrierte Zeitschriften ; 1)

121.000 Seiten auf 1.382 Mikrofiches
1999, ISBN 3-89131-346-2

Diazo negativ: EUR 6.090,– (ohne Mwst.) / EUR 7.247,10 (inkl. Mwst.)
Silber positiv: EUR 7.880,– (ohne Mwst.) / EUR 9.377,20 (inkl. Mwst.)

Die Gartenlaube ist eine der bekanntesten Produktionen der deutschen Pressegeschichte. Begründet im »Nachmärz«, in der von den Ergebnissen der Revolution 1848/49 enttäuschten, sich entpolitisierenden Situation nach der Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde sie von ihrem genialischen Verleger Ernst Keil rasch zu großem Erfolg geführt. Sein für die Zeit neues Konzept – die Wahl des damals bei den Zeitschriften noch eher seltenen Quartformats als Garant größeren Lesestoffangebots, der kontinuierliche Einsatz der Bilder und der Bild-Text-Vernetzung, die Produktion eines sowohl unterhaltenden als auch belehrenden, eines ebenso kommentierenden wie informierenden Blattes speziell für ein bürgerliches Publikum – erzielte höchste Akzeptanz, die Auflagenhöhe stieg auf mehrere Hunderttausend. So entstand ein oft imitierter Prototyp der für das 19. Jahrhundert spezifischen Presse, das klassische »Familienblatt«, das sich über mehrere Generationen hinweg als »Hausfreund« und »Berater« (mit Romanen und Erzählungen, aber auch mit Reportagen und Aufsätzen, beispielsweise zu pädagogischen und medizinischen Fragen) halten konnte, das später, zumal im 20. Jahrhundert, natürlich mit modernerer Konkurrenz zu kämpfen hatte, aber immerhin doch bis zum großen Pressesterben des Jahres 1944 durchhielt. Von heute aus gesehen stellt die Gartenlaube eine ebenso umfassende wie für viele historische Untersuchungsfelder unverzichtbare Quelle zur deutschen Kulturgeschichte dar.